Sie befinden sich hier

01.03.2013 00:00

"Hast du Nike?" - Kinder stärken gegen Werbung

Was ist Werbung? Wer bezahlt Werbung? Warum? Wo ist überall Werbung? "Der Türkische Elternverein in Berlin- Brandenburg e.V. will migrantische Eltern und ihre Kinder für dieses Thema sensibilisieren", sagt Turgut Hüner, der Projektkoordinator im TEVBB. "Die Kinder sollen Werbung erkennen und deren Motive und Methoden kritisch hinterfragen können."

"Werbung in Alltag und Umwelt"

Projekttage der Klasse 6b der Otto-Wels-Grundschule zum Thema "Werbung in Alltag und Umwelt" im Dezember 2010

"Du musst das Kleingedruckte lesen! Da steht, dass man viel mehr bezahlen muss als einen Euro", sagt Sefkan. Und Sila ergänzt: "Man muss zwei Jahre lang bezahlen, und dass man immer kostenlos telefoniert, stimmt auch nicht." Die Sechstklässler haben in den Pilotprojekten "Werbung in Alltag und Umwelt" Handy-Werbung unter die Lupe genommen.

Die Tricks der Handy-Werbung, Smartphones, Facebook und Abzocke in Internet waren Pilotprojekte,  die seit 2010 in der Fichtelgebirge-Grundschule und der Otto-Wels-Grundschule in Kreuzberg durchgeführt wurden. „Die sozialen und finanziellen Folgen von Werbung sind enorm“, erläutert der Projektentwickler Bertram Beer. „Wer sich mit Werbung und Konsum beschäftigt, landet schnell bei Schulden, Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir arbeiten daher eng mit Verbraucherschutz, Schuldnerberatung und Mobbing-Operhilfen zusammen.“  Denn die Kinder und ihre Familien sollen auch wissen, wohin sie sich wenden können, wenn Rat und Hilfe benötigt wird.

Was ist Werbung? Wer bezahlt Werbung? Warum? Wo ist überall Werbung?
„Der Türkische Elternverein in Berlin- Brandenburg e.V. will migrantische Eltern und ihre Kinder für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Turgut Hüner, der Projektkoordinator im TEVBB. „Die Kinder sollen Werbung erkennen und deren Motive und Methoden kritisch hinterfragen können.“

Über drei Jahre soll bald das Projekt „WerbMig“ Kindern und Eltern die Interessen der Werbung in den Bereichen Konsum und Ernährung aufzeigen. Ein wichtiger Schwerpunkt sind die „neuen Medien“, denn die Aktivitäten der Kinder im Internet sind heute identitätsbildend und Bestandteil des sozialen Lernens.

Besonders beim Internet sind viele Eltern verunsichert

Die wenigsten wissen genau, was ihre Kinder dort eigentlich tun, Cyber-Mobbing wird oft lange nicht bemerkt. „Wir wollen die Kinder zu mündigen Konsumenten machen und die Eltern dabei mitnehmen“, so Turgut Hüner. „Denn auch der ganz normale Konsum und bedenkenlose Ernährung können nur verändert werden, wenn sich alle Beteiligten bewusst mit diesen Themen auseinandersetzen.“

„Handy-Alarm!“

„Wir brauchten die Kinder nur zu fragen,“ freut sich Bertram Beer. „Nach dem Handy-Projekt war klar, dass wir beim Thema Internet und Smartphones weiter arbeiten müssen.“ Ab Ende des Jahres 2011 können interessierte Schulen wieder Projekte zu den „neuen Medien“ für Kinder, Eltern und PädagogInnen mit dem Türkischen Elternverein in Berlin-Brandenburg durchführen.

Bertram Beer ist Marketing-Profi und Eltern-Medien-Trainer. Als Projektentwickler für den TEVBB betreut er auch die Themen der "neuen Medien".

Besonderen Dank an Susanne Wilkening, AWO Schuldnerberatung Friedrichshain-Kreuzberg, Anne Wistuba, Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Berlin, die Präventions-Spezialisten der Polizei und einen herzlichen Gruß an die unbekannte Mitarbeiterin eines Handy-Shops, die uns bat, die Kinder eindringlich vor dem Abschluss von Verträgen zu warnen.

(aus der Festschrift „25 Jahre Türkischer Elternverein in Berlin-Brandenburg“)

Kontextspalte

Kontakt

Türkischer Elternverein in Berlin - Brandenburg e.V.

Geschäftsstelle

Oranienstr. 34, D-10999 Berlin

Tel.: (030) 614 32 99
Fax: (030) 615 72 44

Mail: info@das-hier-entfernen.tevbb.de

U-Bahn: Kottbusser Tor
Buslinien: M29, 140

Sprech- und Beratungszeiten

Dienstag 14:00 bis 18:00 Uhr, persönlich

Mittwoch 10:00 bis 12:00, telefonisch

und nach Vereinbarung.